Die besten Tipps für den Umgang mit der Polizei

Rechtsanwältin Julia Giersch

Sie sind ins Visier der Ermittlungsbehörden geraten? Wie gehen Sie mit dieser Situation um? Lesen Sie hier die besten Tipps für den Umgang mit der Polizei.

Als Beschuldigter haben Sie das Recht, vor der Vernehmung einen Verteidiger zu befragen. Die Staatsanwaltschaft beziehungsweise die Polizei muss Sie hierüber belehren.

Reden Sie nicht mit der Polizei!

Machen Sie ohne vorherige Absprache mit dem Verteidiger keine Angaben gegenüber irgendjemanden! Reden ist Silber, schweigen ist Gold. Bevor Sie irgendwelche Angaben zur Sache machen, sollten Sie dringend zu einem Anwalt gehen die Akteneinsicht abwarten.Vollständige Akteneinsicht erhält nur der Strafverteidiger (§ 147 StPO).

Viele wissen nicht, dass Sie einer eventuellen Vorladung durch die Polizei gar nicht Folge leisten müssen. Lediglich die Vorladung durch die Staatsanwaltschaft oder das Gericht ist zwingend. Inwiefern Sie Ihr Nichterscheinen gegenüber der Polizei ankündigen, ist allein eine Frage der Höflichkeit. Als Beschuldigter müssen Sie in keinem Fall eine Aussage machen.

Sie haben immer das Recht zu schweigen!

Das Schweigen darf Ihnen nicht als Nachteil ausgelegt werden. Ein Teilschweigen und Teiläußerungen können aber zu negativen Schlüssen führen unter gegebenenfalls gegen Sie verwendet werden. Sie haben nur die Pflicht, Angaben zu Ihren Personalien zu machen. Versuchen Sie sich daher nicht zu rechtfertigen oder zu verteidigen. Machen Sie die Pflichtangaben und mehr nicht.

Lassen Sie sich nicht in ein Gespräch mit den Beamten verwickeln. Keine Aussagen vor Akteneinsicht!