Opferrecht

Rechtsanwältin Julia Giersch

Als Geschädigter beziehungsweise Opfer stehen Ihnen umfangreiche Rechte zu.

Das Gesetz regelt unter § 395 StPO, dass Opfer bestimmter Straftaten sich in einem Strafverfahren diesem als so genannter Nebenkläger anschließen dürfen. Das ermöglicht weitreichende Einflussmöglichkeiten auf das Strafverfahren. Sie werden somit zum Prozessbeteiligten.

Die Rechte des Nebenklägers unterscheiden sich hierbei nicht wesentlich von den Rechten der übrigen Prozessbeteiligten, wie z. B. Staatsanwaltschaft und der Verteidigung.

Folgende Rechte stehen dem Nebenkläger zu:

  • Dauerndes Anwesenheitsrecht in der Hauptverhandlung, auch wenn diese nicht öffentlich ist oder der Nebenkläger als Zeuge in Betracht kommt
  • Ablehnungsrecht Richter oder Sachverständige wegen Befangenheit
  • Fragerecht an Zeugen, Sachverständige oder auch den Angeklagten
  • Beanstandungsrecht von Anordnungen des Vorsitzenden oder von Fragen der Prozessbeteiligten
  • Beweisantragsrecht und sonstiges Antragsrecht (wie z. B. Antrag auf Ausschluss der Öffentlichkeit, oder auf Ausschluss des Angeklagten bei Vernehmung eines Opferzeugen)
  • Das Recht Erklärungen abzugeben
  • Das Recht zum eigenen Plädoyer
  • Rechtsmittelbefugnis

Die Nebenklageberechtigung ist in § 395 StPO geregelt.

Der Nebenkläger kann sich in jeder Lage des Verfahrens anschließen. Gemäß § 406g StPO gilt dies auch für das Vorverfahren. Opfer können also unter den genannten Voraussetzungen bereits im Zeitpunkt der Anzeigenerstattung die Beiordnung eines Rechtsanwalts beantragen.